Im Juli fand in der Doislau auf einer wertvollen Magerrasenfläche mit seltenen Orchideen ein Pflegeinsatz zur Entfernung der Neophyten Goldruten und Berufkraut statt. Der Einsatz wurde von der zentralen Koordinationsstelle der Schutzgebietsbetreuung, welche bei der Energie- und Umweltagentur NÖ angesiedelt ist, mit tatkräftiger Unterstützung der Gemeinden Ferschnitz und St. Georgen am Ybbsfelde sowie mit großartiger Mithilfe von Freiwilligen organisiert und durchgeführt.
Heißländen-Naturjuwele in der Doislau
Heißländen sind eine besondere Form eines Trockenrasens, der von umgebendem Gebüsch vor Windeinfluss geschützt ist und daher besonders „heiße“ Standortbedingungen schafft: Hier gedeihen viele seltene, speziell angepasste Blühpflanzen und geschützte Orchideen, wie die Hummelragwurz. Auch zahlreiche gefährdete Schmetterlinge und seltene Wildbienen sind dort anzutreffen. Seit beinahe 10 Jahren werden diese Heißländeflächen in der Doislau über die „Schutzgebietsbetreuung NÖ“ unter Mithilfe der Anrainergemeinden gepflegt.
Heißlände-Zukunftsfläche mit zahlreichen Orchideen
Vor drei Jahren wurde eine Heißlände-Zukunftsfläche im Brunnenschutzgebiet der Gemeinden Ferschnitz und St. Georgen am Ybbsfelde mit Wildblumensamen eingesät und Sträucher im Randbereich nachgesetzt, um Bedingungen zu schaffen, die die Entwicklung eines natürlichen Magerrasens unterstützen. Heuer trägt das Projekt Früchte, zahlreiche Orchideen haben sich angesiedelt, aber auch Neophyten, die nun im Rahmen eines fachlich angeleiteten Pflegeeinsatzes entfernt wurden
Gelungener Pflegeeinsatz
Goldruten und Berufkraut bedrohten die seltenen Orchideen, daher wurde ein Pflegeeinsatz unter der ökologischen Anleitung der Biologin Heidemarie Moser-Sturm zum händischen Ausreißen der Neophyten ins Leben gerufen. Alle halfen zusammen - die Gemeinde Ferschnitz unterstützte tatkräftig mit Menpower und die Gemeinde St. Georgen am Ybbsfelde stellte einen Anhänger parat und übernahm die Entsorgung der Neophyten.
Auch auf Gerald Mevec, den Ansprechpartner der Freiwilligen in der Doislau, konnte gezählt werden. Dieser ist dort schon seit Jahren ehrenamtlich für den Naturschutz unterwegs und trommelte für diesen Pflegeeinsatz eine Gruppe regionaler Freiwilliger zusammen. Gemeinsam wurde Hand angelegt und so gelang es, die herrliche Orchideenwiese von den Neophyten zu befreien.
„Der Pflegeeinsatz in der Doislau ist ein gelungenes Beispiel für notwendige Kooperationen im Naturschutz und zeigt vorbildhaft, wie wir gemeinsam Naturschutz leben können“, so Katharina Semmelmayer, Leiterin der Koordinationsstelle der Schutzgebietsbetreuung in der eNu.