St. Georgen am Ybbsbfelde - Unsere Gemeinde

Naturschätze in unserer Gemeinde: der Frühling

Ein Bericht von Stefan Guttmann und Biologin Diana Leizinger

Heuer waren seine Vorboten schon früh da. Während den Gipfel des Ötschers noch eine dicke Schneehaube zierte, hatte es bei uns im Ybbsfeld bereits Ende Februar an manchen Tagen 15 Grad. Diese frühlingshaften Temperaturen waren der erste Startschuss für unsere Natur. 


Frühstarter
Ob im eigenen Garten, in den Ybbs-Auen oder im St. Georgner „backcountry“, entlang der kleinen Bäche in Krahof – überall sprießen die Frühjahrsblüher. Ob Schneeglöckchen, Märzenbecher, Leberblümchen oder der gelbe Winterling – alle nutzen ihren Startvorteil in Form einer Zwiebel, die die wichtigsten Energiereserven für das frühe Austreiben gespeichert hat. Sie können dadurch die Zeit ohne Beschattung durch die Blätter von Sträuchern und Bäumen nutzen. Ein doppeltes Glück also – wir können uns an den zahlreichen Farbtupfern am sonst noch grauen Boden erfreuen, die Pflanzen haben die ungeteilte Aufmerksamkeit von Sonne und Insekten.

Nutzen Sie die Zeit und besuchen Sie die verzauberten Orte unserer Gemeinde, wo die farbenfrohen Blüten am feuchten Waldboden zu bestaunen sind: in der Ybbs-Au bei Hermannsdorf, am Blindbach zur Ölsitzmühle oder entlang des Seisenegger Baches. Jetzt sind gerade die Ybbs-Auen noch gut zu durchstreifen. Im Sommer macht sie ein Dschungel aus Brennnesseln, Springkraut und Brombeeren zum undurchdringlichen Dickicht.

Ein Tipp dazu: Lassen Sie die Blumen stehen! Auch wenn man nur wenige Exemplare pflücken möchte, ist es doch unsere Zurückhaltung die diese üppige Pracht für alle Leute erhält.


Frühlingsgefühle
Durch die steigenden Temperaturen kommen auch die Amphibien in Fahrt. Erdkröten, Spring- und Grasfrösche – unsere häufigsten Vertreter – machen sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Für diese Wanderungen haben sie’s gerne warm, feucht und dunkel. Die ersten warmen Märznächte sind also der Startschuss. Zum Teil noch alleine, zum Teil schon huckepack werden die Lurche wie von magischer Hand zum Ort ihrer Geburt gezogen. 

Leider liegen zwischen ihrem Landquartier (zumeist sind das Laubwälder) und dem gesuchten Nass allzu oft Straßen. Zum Glück gibt es umsichtige Schotterteichbesitzer, kooperative Straßenmeistereien und motivierte Freiwillige. Das sind jene „Gestalten“ die in der Finsternis entlang der kleine Zäune die Kübel absuchen, in denen die Amphibien auf ihren Weitertransport warten. Der Schotterteich in der Haslau wird so auch von St. Georgner GemeindebürgerInnen mitbetreut. 

Bitte beachten Sie: Die Kröten und Frösche kommen auch zu unseren Gartenteichen. Wenn diese naturnah ausgestaltet sind, betrachten Sie das Kommen der Frösche als Auszeichnung. Wenn Sie Teiche oder Pools mit steilen Ufern oder Pumpen haben, sorgen Sie für kleine Ausstiegsmöglichkeiten und verhindern Sie, dass unsere heimischen Amphibien eingesaugt werden. 


Der muss weg!
Bei so manchem Spaziergang entlang von Bächen, fällt er negativ auf. Weggeworfener Müll, vom letzten Sturm in den Sträuchern hängende Folien und andere Gegenstände, die in unserer Natur nichts zu suchen haben. Das fehlende Laub und der noch nicht vorhandene dichte Unterwuchs geben den Blick auf diese Umweltsünden frei. War es früher sicherlich noch eher Absicht und/oder der Spargedanke, so ist es heutzutage hauptsächlich Unachtsamkeit, die zu Müllansammlungen in freier Natur führt. 

So kann’s besser werden: Kleinigkeiten können wir selbst mitnehmen und zuhause entsorgen. Sehen Sie einen gröberen Mülllagerplatz, so sprechen Sie den möglichen Verursacher einfach mal an - nicht selten kommt das Material vom nächst gelegenen Haus. Sollte sich kein Verursacher finden lassen und es handelt sich um eine größere Müllmenge, so wenden Sie sich an die Gemeinde. 


Im eigenen Garten …

… lässt sich ganz viel Gutes für unsere Tier- und Pflanzenwelt tun. Hier ein paar Tipps, für die sich unsere Mitgeschöpfe bedanken:


  • Reinigen Sie die Nistkästen. Altes Material sollte entfernt werden. Der durchgeführte Frühjahrsputz führt zu einer deutlichen Wertsteigerung Ihrer Vogelimmobilie!
  • Belassen Sie ein wildes Eck in Ihrem Garten. Ein bisschen Astschnitt, ein kleiner Wurzelstock und zusammengetragene, gestapelte größere Steine bilden ideale Verstecke für unseren heimischen Schneckenvertilger Nr. 1 (den Igel), für die harmlose Blindschleiche und stellen ein Winterquartier für Frösche dar.
  • Lassen Sie, wo immer es geht, Totholz im Garten. Nicht jeder morsche Ast muss sofort weggeschnitten werden, ein paar Holzscheiter in sonnenbeschienener Lage, ein Haufen mit Strauchschnitt. Stellen Sie sich vor: es gibt über 7.000 verschiedene Käferarten in Österreich. Viele davon brauchen morsches, altes Holz zum Überleben. 
Zum Abschluss wünschen wir Ihnen einen schönen Frühling mit vielen Stunden in unserer herrlichen Natur!

Das leuchtende Blau der Leberblühmchen – ein schöner Frühlingsbote. (c) Franz Exenschlaeger

Das Weibchen trägt das kleinere Männchen huckepack zum Gewässer. (c) Guttmann

Freiwillige spielen mit Kübeln Krötentaxi. Die Betreuung des Amphibienzaunes ist eine wichtige Aktion für unsere heimischen Amphibien. (c) Guttmann

Plastikfolien im Gewässer sind ein echtes Problem. Ein paar Jahre später sind die Folien zerrieben in tausend kleine Partikel. (c) Guttmann

Der Waldboden ist gesäumt von Schneeglöckchen. Sie genießen wie wir Menschen die ersten warmen Sonnenstrahlen im März. (c) Guttmann

Ein Spaziergang entlang der Ybbs bietet so manche zauberhafte Stimmung. (c) Guttmann

Stefan Guttmann und Biologin Diana Leizinger

⇐ zurück